Ihr Interesse am Jazz ist nicht zufällig. Zu Hause hört man neben der klassischen auch Jazz-Musik. Boriana kann stundenlang den bekanntesten Big-Band-Orchestern lauschen.

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- 10.6.2010

Boriana Dimitrova Quartett bei Hamburg Jazz Open
27. Juni 2010, Planten un Blomen, Musikpavillon

Boriana Dimitrova Quartett in der Laeiszhalle Hamburg
Mittwoch, 3. November 2010, 20 Uhr
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Boriana Dimitrova – diplomierte Musiklehrerin für Jazz und jazzverwandte Musik im Fach Saxophon, Leiterin des „Boriana Dimitrova – Trios“, Leiterin des „Boriana Dimitrova-Quartetts“.

Boriana Dimitrova ist in Sofia, Bulgarien, geboren und aufgewachsen.

Mit nur vier Jahren nimmt sie Klavierunterricht beim zu dieser Zeit einzigen Pädagogen, der so kleine Schüler unterrichtet – Boris Avramov. Einige Jahre später ist ihr Wunsch, in einem Orchester zu spielen, so groß, dass ihre Mutter dazu einwilligt, neben dem Klavierunterricht noch ein weiteres Musikinstrument zu erlernen. Die siebenjährige Boriana trifft ihre Wahl selber – Oboe. In den nächsten Jahren wird sie von den Lehrern des Sofioter Musikgymnasiums unterrichtet – Guselski, Kalev sowie Prof. Sheljaskov.

Im Alter von zehn Jahren spielt sie schon in einem Jugend- Auswahlblasorchester.

Ihr Interesse am Jazz ist nicht zufällig. Zu Hause hört man neben der klassischen auch Jazz-Musik. Boriana kann stundenlang den bekanntesten Big-Band-Orchestern lauschen. Ende der 80er Jahre wird die 17jährige Boriana dazu eingeladen, im Rahmen eines Projektes bei der zu dieser Zeit einzigen Jugend-Big-Band in Sofia als Oboist mitzuwirken. Zur Ironie des Schicksals verlässt einer der Saxophonisten die Big-Band drei Tage vor einem großen Konzert. Boriana nimmt die Herausforderung an, nutzt die Erfahrungen, die sie in all den Jahren mit dem Spiel auf der Oboe gesammelt hat und tritt nach dreitägigen Übungen auf die Bühne als Saxophonist auf. Von diesem Augenblick an verlässt sie der Wunsch, Jazzmusiker zu sein, nicht mehr. Ein ziemlich wagemutiges Unterfangen für die damalige Musiköffentlichkeit in Bulgarien. Boriana beginnt mit dem Selbstunterricht. Auf dem Saxophon – experimentierend, indem sie unterschiedliche Spieltechniken und Griffe probt, aber auch theoretisch – Akkordsymbole und Progressionen, trotz der spärlichen Noten- und Audioquellen. Später gelingt es ihr allmählich, die im Land verbreitete Auffassung zu ändern, dass Frauen-Instrumentalistinnen, besonders wenn es sich um Blasinstrumente handelt, in der Jazz-Musik fehl am Platze sind. Das erste öffentliche Auftreten der Saxophonistin in einem Jazz-Club ist ein ausgeprägtes Beispiel besonders für diese starre Denkweise. Bei ihrem ersten Auftritt auf der Bühne wird Boriana vom Publikum mit Rufen begrüßt: „Mädel, was willst du damit (mit dem Saxophon) tun. Geh lieber nach Hause und koch’ was.” Boriana ist allen Musikern und Freunden dankbar, die ihr auf diesem langen Weg der Selbstoffenbarung und Bestätigung geholfen haben. Sie will sich aber noch mehr bei denjenigen bedanken, die ihr im Wege standen.

In den Jahren 1993 und 1994 ist Boriana Dimitrova Schülerin bei den Saxophonisten Dimiter Simeonov und Venko Sachariev.

Im Jahre 1994 ist Boriana erste in der Aufnahmeliste des Bulgarischen Staatlichen Konservatoriums, im Fach Pop-Jazz Saxophon. 1998 absolviert sie es mit Auszeichnung und erwirbt das Diplom als erste Frau-Saxophonistin mit Hochschulabschluss in Bulgarien.

In den 90er Jahren tritt Boriana Dimitrova aktiv auf der bulgarischen Rock- und Pop-Bühne auf. Sie ist Mitglied der ersten Formation von Vladimir Ampov-dem Grafen „Zelen haiver“ (Grüner Kaviar), die auch ein gleichnamiges Album herausgibt; der Rockgruppe „Marathon“ und später auch der Gruppe „Atlas“, die mit großem Erfolg im In- und Ausland Konzerte gibt.

Als unvergessliche Erinnerung bleibt für sie die Zusammenarbeit mit ihrer Kommilitonin und besten Freundin aus dem Bulgarischen Staatlichen Konservatorium Ani Losanova. Auf dem Festival „Goldener Orpheus“ präsentiert das Duett ein einmaliges Arrangement von „Summer time“ nur mit Stimme und Saxophon. Zusammen mit Theodosii Spassov und dem Ensemble „Thrakien“ beteiligen sich beide Musikerinnen am Wohltätigkeitskonzert zugunsten des Waisenhauses in Preslav (Bulgarien) durchgeführt im Fernsehen „MDR“ in Kemnitz.

2001 geht der Wunsch der Saxophonistin, ihre Ausbildung auf dem Gebiet des Jazz fortzusetzen, in Erfüllung. Boriana ist an der angesehenen Hochschule für Musik und Theater Hamburg aufgenommen worden.

2008 schließt Boriana Dimitrova ihr Studium als diplomierte Musiklehrerin für Jazz und jazzverwandte Musik im Fach Saxophon bei Professor Ernst-Fiete Felsch ausgezeichnet ab. Während ihres Studiums ist Boriana Mitglied des Hamburger Saxophonquartetts, geleitet von ihrem Lehrer in klassischem Saxophon, Prof. Claus Nagurski. Im Jahre 2004 gründet Boriana die Jazz-Formation „Boriana Dimitrova Trio“, mit der sie sich aktiv an verschiedenen Kulturveranstaltungen und Konzerten beteiligt. Seit 2007 existiert parallel dazu auch das „Boriana Dimitrova Quartett“, das im September desselben Jahres auch sein erstes Album nur mit selbstgeschriebener Musik herausgibt.

In Hamburg hat Boriana das Glück und die Gelegenheit, Schülerin von Prof. Dr. Dieter Glawischnik zu sein, der sie für Jazzarrangement und –komposition entflammt.

Seit Juli 2008 macht Boriana Dimitrova den Magister im Fach Jazzarrangement und –komposition bei Professor Jürgen Friedrich an der Musikhochschule Mannheim.